Unter dem Konzept „Green Airport Memmingen“ bündelt der Flughafen Memmingen seine Maßnahmen zur Reduktion der CO₂-Emissionen und zum Ausbau erneuerbarer Energien am Standort. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der schrittweisen Reduktion der dem Flughafenbetrieb zugeordneten Scope-1- und Scope-2-Emissionen.
Die Airport Energie Management GmbH (AEM) wurde 2017 als gemeinsame Tochtergesellschaft der Allgäu Airport GmbH & Co. KG und der e-con AG gegründet. Sie bündelt die Kompetenzen beider Partner und übernimmt die Planung, Koordination und Umsetzung von Projekten zur Dekarbonisierung rund um den Flughafen. Dabei arbeitet sie mit regionalen und überregionalen Partnern zusammen und entwickelt Energie- und Infrastrukturprojekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien und den Einsatz neuer Technologien am Flughafen Memmingen vorantreiben.
Seit Oktober 2024 bezieht der Flughafen Memmingen ÖkostromPlus.
Für den Betrieb des Airports werden zusätzlich Strom und Wärme teilweise dezentral über Blockheizkraftwerke erzeugt. Das benötigte Biogas als Brennstoff für den Motor wird über die eigene Medientrasse Nord-Süd direkt vom Biogaserzeuger Bitzer aus Hawangen bezogen. Das BHKW wird eingeschaltet, wenn im Land zu wenig Strom durch Wind- und Sonnenenergie vorhanden ist. Der Strom wird dann ins Netz abgegeben und die Wärme wird in den großen Außenspeicher zwischengespeichert.
Verschiedene Komponenten in der Heizzentrale der AEM runden den Mix an erneuerbaren Energien ab:
Infos zum Heizhaus und Fernwärmenetz:
Der Flughafen Memmingen hat ein vollständig neues Befeuerungssystem erhalten. Im Jahr 2019 wurde auf LED-Technik bei der Start- & Landebahnbeleuchtung mit Rand-, Mittellinien- und Aufsetzzonenbefeuerung umgestellt.
Außerdem wurden Beleuchtung und Bildschirme im Terminal und in Verwaltungsgebäuden auf LED umgestellt sowie teilweise die Beleuchtung auf den Parkflächen und beim Kerosintanklager.
Am Flughafen Memmingen wird Sonnenenergie direkt vor Ort zur Stromerzeugung genutzt. Photovoltaikanlagen befinden sich unter anderem auf dem neuen rund 50 x 11 Meter großen Carport sowie auf dem Dach des Airport Service Centers. Mit einer Spitzenleistung von 105,12 kWp auf dem Carport und 30,6 kWp auf dem Airport Service Center erreichen die dort installierten Module zusammen eine Leistung von 135,72 kWp.
Der Carport erfüllt dabei gleich zwei Funktionen: Seine Photovoltaikmodule erzeugen Strom und bilden gleichzeitig die Überdachung der darunterliegenden Stellplätze. Zum Einsatz kommen lichtdurchlässige Glas-Glas-Module des Herstellers Solarwatt.
Ein wesentlicher Teil des erzeugten Solarstroms kann direkt am Standort genutzt werden. Er versorgt unter anderem die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit zwei Schnellladern und perspektivisch bis zu 18 Ladepunkten. Darüber hinaus wird der Strom im Airport Service Center benötigt, beispielsweise für die Klimaanlagen der dort ansässigen Mieter. Ein intelligentes Lastmanagement stimmt Stromerzeugung und -verbrauch aufeinander ab.
Solarstrom, der an dieser Stelle nicht benötigt wird, kann in benachbarten Flughafengebäuden genutzt werden. Durch die Erzeugung und Nutzung des Stroms in unmittelbarer Nähe zueinander können zudem zusätzliche Leitungswege für die Energieverteilung reduziert werden.
Auch auf der Gepäckhalle befindet sich seit Ende 2023 eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage, wodurch rechnerisch jährlich rund 143.000 Kilogramm CO₂-Emissionen vermieden werden. Auf diese Weise baut der Flughafen Memmingen die Stromerzeugung aus Sonnenenergie an verschiedenen Stellen des Standorts weiter aus.
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